von Mariehamn nach Furusund

Gute Überfahrt mit 4 bis 5 Bf aus NW, Sonne. Wir können Anliegen und kommen gut voran. Allerdings haben wir ordentlich Welle. Erst in den Stockholmer Außenschären, lässt die Welle nach. Südlich von Mariehamn kommen wir an Kobba Klintar vorbei, eine sehenswerte ehemalige Lotseninsel. Gegen 19.00Uhr erreichen wir Furusund und finden problemlos einen Liegeplatz. Furusund war Ende des 19. Jhd ein mondäner Badeort mit berühmten Sommergästen wie August Strindberg, Carl Larsson und später Astrid Lindgren. Da nun die Enkel das Haus von Astrid Lindgren im Sommer bewohnen, wird die Existenz in keinem Hafenführer erwähnt, auch vor Ort findet sich kein Hinweis. Wir finden trotzdem das Sommerhaus. Furusund liegt an einem schmalen Sund, durch den gefühlt im Stundentakt Fähren zu den Ålandinseln, Finnland und Estland fahren. Entsprechend unruhig liegt man hier. Hinzu kommen die kleinen Sundfähren und Motorboote. Trotzdem ist es hier sehr schön.

von Degerö nach Mariehamn

Nach dem Frühstück warten wir noch eine Stunde bis der Regen durchgezogen ist und legen ab. Die Sonne kommt teilweise raus, der Wind ist gut und kommt aus der richtigen Richtung. Doch kaum sind wir los, zieht Nebel auf. Die Sicht wird zunehmend schlechter und das mitten zwischen den Schären und großen Fähren. Die Sicht geht auf unter 50m, entgegenkommende Fahrzeuge und Tonnen werden erst im letzten Moment sichtbar. Von den Schären mal ganz abgesehen. Ohne elektronische Seekarte wäre es kaum machbar gewesen, heile durch die Inselwelt zu kommen. Das GPS Signal darf nur nicht gestört werden, was gerade hier oben wohl häufiger vorkommt. Wir haben Glück wie auch auf der ganzen Reise. Kein einziger auffälliger GPS Aussetzer. Erst auf der Zielgeraden nach Mariehamn verzieht sich der Nebel und die Sonne kommt zum Vorschein. Der Wind frischt weiter auf mit Böen 6. Nicht so ohne beim Längsseitsanlegen an der Tankstelle. Als ich mich von Lee der Tankstelle nähere und die erste Leine schon der helfenden Hand am Steg übergeben ist, löst sich die Rollfockanlage und die Genua geht in Sekundenschnelle auf. Die junge Helferin glotzt mich entgeistert an: „What is your plan?“ Sie denkt wohl, ich habe es mir anders überlegt und will das Manöver abbrechen und unter Segeln ablegen. Dann muss ich das Manöver abbrechen, weil die Helferin die Vorleine nur mit der Hand hält, anstatt über die Klampe zu gehen. Schafft sie natürlich nicht. Beim zweiten Anlauf klappt es dann. Wir suchen bzw. man möchte uns einen Platz zuweisen ohne Heckboje. Ich solle mit meinen Mitschiffsklampen an die Nachbarboote gehen. Das der Wind zum frühen Morgen drehen soll, weiß er scheinbar nicht. Kein guter Plan. Wir finden einen besseren Platz mit Heckboje. Es ist der Westhafen von Mariehamn, den wir anlaufen. Hier liegt die Viermastbark „Pommern“ und der Fähranleger für den Crew-Wechsel. Zum Abschluss setzen wir uns in eine nettes Café und Pizza Restaurant direkt am Hafen.
heutiges Etmal 21sm

von Sandvik nach Degerby/Föglö

Nach ausgiebigem Frühstück mit Kerze und Geburtstagsständchen für den Skipper, laufen wir kurz vor 12 Uhr aus. Wir haben schönes Sommerwetter mit leider wenig Wind. So müssen wir etwas über 2 Stunden Motoren. Den Rest segeln wir und können auch unter Vorsegel am Steg anlegen. Abend kocht Fritz herzhaften Geburtstagspfannkuchen mit den an Bord zu Verfügung stehenden Lebensmitteln. Sehr lecker. Dazu noch Wein und Bier. Das Wetter hält sich auch noch am Abend gut. Die Inselgemeinde Föglö mit 569 Einwohnern gehört zur südlichen Inselgruppe der Ålandinseln. Der Name Föhlö soll deutschen Ursprungs sein und sim von „Fygheide „ableiten. Die Gewässer rund um Föhlö dienten seit dem Mittelslter als Hauptschiffahrtsrouten zwischen Finnland und Schweden. Zahlreiche Seeschlachten haben hier stattgefunden. Die schwedischen und russischen Militärs wählten während der nordischen Kriege Föglö als ihren Flottenstützpunkt aus.
Etmal 26 sm

von Jurmo nach Kökar Sandvik

Ein herrlicher Segeltag. Sonne und Wind mit 3-4Bf. Kökar ist die erste Insel von Südost kommend, die zu den Ålandinseln gehört. Somit ist ein weiteres Etappenziel erreicht. Nach knapp 29sm mit Aufkreuzen erreichen wir nach etwas über 5 Stunden Kökar Sandvik. Ein sehr schöner Hafen mit einer völlig anderen Landschaft als Jurmo. Die Schären sind glatt und groß. Der Begriff Schäre kommt übrigens aus dem altnordischen sker. Seit dem 17. Jhd ist die schwedische Form skār am gängigsten. Schäre bedeutet:
der skandinavischen und finnischen Küste vorgelagerte kleine, gebuckelte, zerklüftete felsige Klippe oder Insel.

Hafentag auf Jurmo

Unruhige Nacht mit Regen und Böen 7. Tagsüber soll es bis 8 in Böen hochgehen. Wir bleiben hier. Allerdings wollen wir dann an den Steg, wo es auch Strom gibt. Beim Ablegen drückte uns der seitliche Wind ordentlich ins Bojengeschirr des Nachbarn. Plötzlich lag sein Gurtband diagonal unter unserem Boot und ich wollte gerade dem Motor in Leerlauf stellen, doch da hatte sich die Ankerleine schon um die Propwelle gewickelt. Großes Hafenkino, nur das ich diesmal im Zentrum stand. Mit den hilfsbereiten Finnen, die tatkräftig die Vorleinen hielten und ein kleines Ripp von der finnischen Rettungswacht, die zufällig gerade da waren, konnte ich die Veloa erstmal sichern und in Ruhe die Ankerleine von der Propellerwelle befreien. Das Gurtbant war schon halb durchgerissen und ließ sich mühelos entfernen. Nun endlich nach einer Stunde Hafenkino, konnten wir uns dann an den gegenüberliegenden Steg verholen. Alle Helfer haben ein Bier bekommen und waren zufrieden. Wir machen noch einen Inselrundgang zum kleinen“Dorf“( ca. 8 Holzhäuser, eine kleine Holzkirche und eine kleine Bockmühle. Am Hafen ist die Insel felsig und unbewachsen, dann folgt Heide, und in der Mitte der Insel ein kleiner Kiefernwald. Jurmo gehört zu den äußeren Inseln des Archipels vor Turku.

von Rosala nach Jurmo (Brändö/Northern)

Am Morgen versuche ich Hafengeld loszuwerden. Im kleinen Lebensmittel und Bootszubehörladen soll auch der Hafenmeister sein Büro haben. Ich treffe einen Angestellten hinter dem Tresen an. Er spricht kein Wort Englisch, ich kein Wort Finnisch, schwierig. Immerhin versteht er was ich will und telefoniert mit jemanden. Er reicht mir das Telefon. Der Hafenmeister ist am Apparat. Auch ihn verstehe ich kaum. Das wichtigste verstehe ich. Er will 15€ pro Nacht. Für Strom will er 9€ haben! Sauna 7€ usw.,die haben haben wir natürlich nicht genutzt – nur getestet. Um 10.45 Uhr legen wir ab. Es weht nicht wirklich Wind. Leider müssen wir viel motoren. Für die letzten zwei Stunden kommt Wind auf und wir können bis in den Hafen segeln. Der Hafen ist voll, aber wir finden noch eine Lücke. Unterwegs ändert sich das Landschaftsgebiet total. Auf nicht einmal 30sm sind die Schären von bewaldet und eher hoch auf karg, schroff und flach übergegangen. Die Fahrwasser werden deutlich breiter, der Abstand der Schären vergrößert sich. Der Hafen auf der Insel Jurmo hat ein paar Trockentoiletten, Duschmöglichkeiten im Saunahaus zwischen 8 und 11 Uhr morgens, ein kleines Museum über die Insel und einen recht gut sortierten urigen Verkaufsladen, der neben dem Notwendigsten auch frisch geräucherten Lachs im Angebot hat. Die Wände und Decken sind voll mit Regalen, welche mit leeren Schnapsflaschen bestückt sind- auch mit deutschen Fabrikaten. Hier ist auch gleichzeitig die Hafengebühr zu entrichten. Strom gibt es nur am Hauptsteg, wir finden nur noch gegenüber an der Hafenmole einen Platz ohne Steg. Als wir unter Segel den Hauptsteg absegeln, fragt uns ein Finne von seinem Boot aus , ob wir eine Challenge machen würden. Von jemand anderem bekommen wir einen Tip auf Deutsch vom Steg aus, Er heißt Roman und bereist die Ostsee mit seiner Marieholm etappenweise von West nach Ost. Die Insel lädt zum Landgang ein. Auf einer Erhebung erhalten wir einen tollen Rundumblick. Es gibt sogar eine kleine Bockmühle im Dorf. Wir erleben zum abendlichen Abschluss einen fantastischen Sonnenuntergang, den ich so farbintensiv noch nie erlebt habe.
Etmal 28sm

von Hanko nach Rosala, Nötholm

Am Vormittag fahren wir mit der Minifähre zum Festlandhafen und besuchen die Stadt mit ihren knapp 9.000 Einwohnern. In erster Linie wollen wir Lebensmittel bunkern und werden auch fündig. Im Hafenbereich stehen entlang der Küste nette alte Holzhäuser (Villen – ehemals der russischen Oberschicht angehörend) und ein schöner Badestrand. Sonst ist die Kirche oben auf dem Berg auffallend und der rote Wasserturm, der heute als Aussichtsplattform dient. Der restliche Teil Hankos ist nicht weiter nennenswert. Es ist immer noch Nebel in Hafen und auf dem Wasser. Laut Wetterapp soll der Nebel gegen Mittag verschwinden. Als wir ablegen, sieht es kurz vorher ganz gut aus, aber dann ist alles wieder im dichten Nebel. Wir haben gerade die Hafenausfahrt erreicht und kehren wieder um. Eine Stunde später klart der Himnel auf und wir legen zum zweiten Versuch ab. Diesmal ist der Nebel wirklich weg. Wir setzen bei sehr schwachem Wind Segel und dümpeln erstmal vor und hin. Nach und nach kommt SW Wind auf und wir können 2/3 der Strecke segeln. Ein Teilstück von ca 8 am kreuzen wir auf. Das macht der Crew am meisten Spaß. Bei 3-4Bf laufen wir mittlerweile auch ganz gut an Geschwindigkeit. Kurz vor Einlaufen in die Bucht von Nötholm, nehmen wir in Windabdeckung das Groß runter. Unter Vorsegel gehen wir um 20 Uhr mit Heckboje an den Steg von Rosala. Immer noch sehr sommerliches Wetter. Wir Essen im Cockpit zu Abend und genießen die Stimmung. Der Hafen besteht aus ein paar Holzhäusern in rot/weiß gehalten. Es gibt einen minimalistischen Einkaufsladen mit Hafenbüro, wo auch die Hafengebühr entrichtet wird. Es gibt einen Hauptanlegesteg mit Heckbojen. Hier liegen auch drei Deutsche Yachten. Bisher ungewöhnlich, so viele Deutsche in einem kleinen Hafen anzutreffen. Man merkt, dass die Ålands und die schwedischen Ostschären näher rücken.
Etmal 25sm


von Barösund nach Hanko

Heute ist es sehr verregnet mit wenig Wind. Wir laufen viel unter Motor. Segeln mit mäßigem Erfolg. Wir sind froh nach 7h endlich in Hanko zu sein. Christiane wärmt sich als erstes in der Sauna auf. Alles ist durchnässt. Wir bauen die Kuchenbude auf. Es regnet schon wieder. Dazu ist es sehr diesig. Die Sicht ist sehr begrenzt. Wir bleiben den Abend auch auf der Schärenseite des großen Yachthafens und verzichten auf einen Stadtrundgang für heute Abend. Die Veloa liegt direkt vor der Sauna. Auch ich nutzte das Angebot der Sauna. Sie ist klein aber heiß. Im Minutentakt wird Wasser auf den Elektroofen geworfen. Entsprechend heiß fühlt sich die Luft an. Etwas ungewohnt für mich. Für die Finnen hier scheinbar normal. Die Frauensauna hat sogar Panoramablick aufs mehr. Die Hafengebühr ist die bisher teuerste auf meiner Reise mit 49€. Hanko als südlichster Zipfel Finnlands, ist eben das Segelmekka von Finnland. Die Stadt selber ist nicht besonders attraktiv, hingegen der Hafen auf der Schäreninsel schon sehr. Auf den vorgelagerten Inseln findet man noch einige Ruinen, die ehemaligen Festungsanlagen, die Ende des 19. Jhd von den Russen zerstört wurde. Hanko wurde zur gleichen Zeit Seebad für die russische Oberschicht, deren Villen man heute noch betrachten kann. Nach der Niederlage im Winterkrieg musste die Halbinsel Hanko für 30 Jahre an die Sowjetunion verpachtet werden. Die baltische Flotte zog ein als Marinestützpunkt. Das geschah 1940. Nach einem Fortsetzungskrieg zogen die sowjetischen Truppen ab. 1944 wurden die Pacht auf Porkkala übertragen.
Etmal 34sm